Herbst

Nebel zieht durch diese Tage,
horch, es klingt wie eine Klage.
Finde wahrlich keinen Halt,
alles scheint in mir nur kalt.

Aus den Fenstern lehnen Schatten,
in den Höfen rascheln Ratten.
Stehe starr, wie festgefroren,
wünsch mich Tod und nie geboren.

Weg, wo bist du nur geblieben?
Regen hat dich fort getrieben?
Fühle mich so ganz verloren,
bis ein Lied kommt mir zu Ohren.

Lied, das mir die Hoffnung bringt,
Chor mit Liebe mich durchdringt.
Spüre Wärme, sehe Licht.
Strahlend hell der Tag anbricht.

Tragen die Tage

Tragen die Tage ein graues Gewand?
Laufen die Stunden und rieselt der Sand?
Jahresausklang, die besinnliche Zeit?
Zeit auch der Wunder, der funkelnden Sterne,
Wünsche zu schicken in himmlische Ferne,
kindliches Hoffen von Ängsten befreit.

Schöne Momente, ich binde den Kranz
Weihnachtsgesänge, ein himmlischer Tanz.
Heimlich im Herzen, es wird mir recht Bange,
lass mich die Welt und mein Kind noch begleiten,
nimm mich, wenns Zeit wird, du sollst mich dann leiten.
Streichle zum Abschied mir zärtlich die Wange.

De Buttje von de Waderkant

Ick bün een von de ole Ort
keen ut de neeje Tid
heff stets dat Ole treu bewohrt
un so is dat ok hüt.

Min Modersprach, so sööt un echt
ick heff di nie so halv vergäten
un klöhn de Ollen, mi is recht,
dann hüppt min Hart een bäten.

Ick bin de Buttje von de Küst
un snack den leeven langen Dag.
Ick gröt mit moin und hev schon wüsst
du büst von Süden, von den annern Schlag.

Ick künn so fell wie du nich sabbeln
min Tuhus is dor wo kener vörnehm deit.
Ick bin nich krüsch un lass de Gäste babbeln,
schon bien „moin moin“ hemm se de Ogen vodreiht.

Die Wolke ist Mutter  

Die Wolke ist Mutter geworden.
Sie gebärt Flocken.
In der Gemeinschaft kommen sie alleine zurecht.
Sind kleine Winterschmetterlinge,
kaum geschlüpft, schon fliegen sie los.

Verzaubern Menschen
ganz wie von selbst
eine Verjüngungskur bis zum Kind.
Fasziniert schaue ich dem Naturschauspiel zu.
Naturschauspiel?

Ein unpassendes Wort. Die Natur schauspielert nicht.
Oder ist die Natur eine Bühne?
Einen Moment möchte ich es denken.
Möchte mich sehen als Zuschauer zwischen Himmel und Erde.
Mit meinen Händen fange ich kleine Diamanten.

Hörte das Knirschen unter meinen Füßen.
Ich sehe Marilyn Monroe tanzend im Schnee.
Mit ihrem Kussmund fängt sie Männer,
die schon auf ihrer Zungenspitze schmelzen.
Kuscheln im Schneebett? Kurze Traumsequenz.

Ferienzeit 

Gestern noch beschlipst und steif,
heut im offnem Hemde,
für die Urlaubsinsel reif,
steht er in der Fremde.

Streichelt seinen Wohlstandsbauch,
atmet freies Leben,
spürt den leichten Sommerhauch,
fort vom Mammonstreben.

Schüttelt ab die Arbeitswelt,
hört ganz fremde Klänge,
Hier gibt’s was fürs kleine Geld,
ohne alle Zwänge

Kaltgetränke, Eis am Stiel.
Abends auf die Piste.
Busen, Po und Sexappeal,
nachts was für die Kiste.

Zimmermädchen, mit vor Ort,
sollte nicht so zicken.
habs gebucht, ist ein Excort
will mein Recht! Sie *icken.