In meinem Garten

Mich küsste heut der erste Sommerflieder,

die Tulpen nickten freundlich ein „Willkommen“.

Die Amseln sangen munter ihre Lieder

ich summte mit, war ganz der Welt entkommen.

Die Tulpen nickten freundlich ein „Willkommen“,

das Ohr vernahm den Ton der Honigbiene.

Ich summte mit. War ganz der Welt entkommen.

Vergessen waren Sorgen und Termine.

Das Ohr vernahm den Ton der Honigbiene.

Die Augen staunten, sahn Insekten fliegen,

vergessen waren Sorgen und Termine.

Der Goldlack wollt sich an die Tulpe schmiegen.

Die Augen staunten, sahn Insekten fliegen,

die Amseln sangen munter ihre Lieder.

Der Goldlack wollt sich an die Tulpe schmiegen.

Mich küsste heut der erste Sommerflieder.

Von der Blumenfee

Dem Mädchen gefallen die grünenden Tage
es trällert ein Liedchen, erzählt von der Sage
des Blümchens im März. Die Geschichte erzählt
von Milka der Fee, die den Garten erwählt.

Es möchte so klein, wie`s Florinchen stets bleiben
mit kindlichen Spielen die Zeit sich vertreiben.
Erwachen im Frühjahr zur strahlenden Pracht
und hören die Lerchen, die singen zur Nacht.

Das Blümchen, es tänzelt im Grase auf Wiesen
bemäntelt das Köpfchen bei eisigen Brisen.
Erlernte zu drehen den Scheitel im Wind,
und Sonne zu fangen als rosiges Kind.

Und wills in Arkadien auch tagelang schauern,
das Blümchen, vergnügt sich, es möchte nicht trauern.
Das Kindchen der Sonne, von Feen erdacht
es blühet vergnügt als Maßliebchen der Nacht.

Das Mädchen erzählt eine uralte Weise
von fröhlicher Fee, die so heimlich und leise
als Blümchen getarnt sich in Gärten gestellt,
Natur zu belauschen als Kind dieser Welt.






De Buttje von de Waderkant

Lyrische Momente

Ick bün een von de ole Ort
keen ut de neeje Tid
heff stets dat Ole treu bewohrt
un so is dat ok hüt.

Min Modersprach, so sööt un echt
ick heff di nie so halv vergäten
un klöhn de Ollen, mi is recht,
dann hüppt min Hart een bäten.

Ick bin de Buttje von de Küst
un snack den leeven langen Dag.
Ick gröt mit moin und hev schon wüsst
du büst von Süden, von den annern Schlag.

Ick künn so fell wie du nich sabbeln
min Tuhus is dor wo kener vörnehm deit.
Ick bin nich krüsch un lass de Gäste babbeln,
schon bien „moin moin“ hemm se de Ogen vodreiht.

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Leidenschaft

Wie unvermögend ist doch der gutwilligste Fleiß der Menschen
gegen die Allmacht der ungeteilten Begeisterung!
Friedrich Hölderlin

Es lodert Feuer, glühender Tatendrang,
im Innern pocht es, streitbar vergeht der Tag,
die Nacht und jede noch so harte Zeit. Doch
Leben ist Liebe in Leid und Freude.

Das Füllen zügeln, eigner Tyrann sich sein?
Die Jugend sträubt sich, kämpferisch lebt sie gern
und Jahre voller Schaffensfreude
folgen. Sie folgen dem kühnen Kopfe.

Nun schau das Schiff an; Segel gehisst im Wind.
Voraus die Augen! Voller erkenntnisdurst
durchsegeln Frau und Mann das Leben.
Siehe die Sonne, sie ist ein Meister.

Ergraut betrachtend, zeigt die vergangne Zeit
mir augenfällig; Feuer entfachen sich
nur dort, wo Seelen wirklich brennen.
Brennen für Ziele im Geist der Freiheit.

Herbsttage bei Oma

Der letzte Strandkorb kommt ins Winterlager
und Vater hat nun Zeit zum Bau von Drachen.
Die Oma hört die guten alten Schlager,

zerkleinert Äpfel, um Kompott zumachen.
Ein Kranichzug begibt sich auf die Reise
und wird erst abends eine Pause machen.

Im Hause riechst nach süßer Kinderspeise.
Und warm ist schon die alte Feuerstelle.
Die Oma zaubert wundersamer Weise
im Ofen eine Apfel-Mandel-Welle.

Altweibersommer

Aus Frühlingsträumen mach ich heut
ein Quittenmus und Pflaumenkuchen.
Und wenn´s das Nachbarkind erfreut,
so gehen wir noch Eicheln suchen.

Der weiße Zuckerstaub im Haar
verschwindet nicht durch einmal Pusten.
Der Herbst verkündet jedes Jahr,
der Winter kommt mit Weh und Husten.

Noch sind es heitre, goldne Tage.
Der Blättertanz ist lustig, wild.
So wünsche ich mir, ohne Klage
zu sterben, mit dem Herbst als Bild.