De Minschenkinners up Platt

De Minschenkinners up Platt

En snurrig Vagel sächt de Eene.
De annern menen, he iss egen.

Dat gifft bi uns denn noch den Drömel,
de Gegendeel, de nenn wi plitsche Kierl.
Dann giffs de Lederjan,
un noch den Muffkopp,
un babento, da giffs de Holtkopp,
de Suurdeeg un de Blindflansch.

Am allerlevst heff ick
de Schiettbüttel.

Werbeanzeigen

Leidenschaft

Wie unvermögend ist doch der gutwilligste Fleiß der Menschen
gegen die Allmacht der ungeteilten Begeisterung!
Friedrich Hölderlin

Es lodert Feuer, glühender Tatendrang,
im Innern pocht es, streitbar vergeht der Tag,
die Nacht und jede noch so harte Zeit. Doch
Leben ist Liebe in Leid und Freude.

Das Füllen zügeln, eigner Tyrann sich sein?
Die Jugend sträubt sich, kämpferisch lebt sie gern
und Jahre voller Schaffensfreude
folgen. Sie folgen dem kühnen Kopfe.

Nun schau das Schiff an; Segel gehisst im Wind.
Voraus die Augen! Voller erkenntnisdurst
durchsegeln Frau und Mann das Leben.
Siehe die Sonne, sie ist ein Meister.

Ergraut betrachtend, zeigt die vergangne Zeit
mir augenfällig; Feuer entfachen sich
nur dort, wo Seelen wirklich brennen.
Brennen für Ziele im Geist der Freiheit.

Herbsttage bei Oma

Der letzte Strandkorb kommt ins Winterlager
und Vater hat nun Zeit zum Bau von Drachen.
Die Oma hört die guten alten Schlager,

zerkleinert Äpfel, um Kompott zumachen.
Ein Kranichzug begibt sich auf die Reise
und wird erst abends eine Pause machen.

Im Hause riechst nach süßer Kinderspeise.
Und warm ist schon die alte Feuerstelle.
Die Oma zaubert wundersamer Weise
im Ofen eine Apfel-Mandel-Welle.

Altweibersommer

Aus Frühlingsträumen mach ich heut
ein Quittenmus und Pflaumenkuchen.
Und wenn´s das Nachbarkind erfreut,
so gehen wir noch Eicheln suchen.

Der weiße Zuckerstaub im Haar
verschwindet nicht durch einmal Pusten.
Der Herbst verkündet jedes Jahr,
der Winter kommt mit Weh und Husten.

Noch sind es heitre, goldne Tage.
Der Blättertanz ist lustig, wild.
So wünsche ich mir, ohne Klage
zu sterben, mit dem Herbst als Bild.

Herbst

Nebel zieht durch diese Tage,
horch, es klingt wie eine Klage.
Finde wahrlich keinen Halt,
alles scheint in mir nur kalt.

Aus den Fenstern lehnen Schatten,
in den Höfen rascheln Ratten.
Stehe starr, wie festgefroren,
wünsch mich Tod und nie geboren.

Weg, wo bist du nur geblieben?
Regen hat dich fort getrieben?
Fühle mich so ganz verloren,
bis ein Lied kommt mir zu Ohren.

Lied, das mir die Hoffnung bringt,
Chor mit Liebe mich durchdringt.
Spüre Wärme, sehe Licht.
Strahlend hell der Tag anbricht.

Tragen die Tage

Tragen die Tage ein graues Gewand?
Laufen die Stunden und rieselt der Sand?
Jahresausklang, die besinnliche Zeit?
Zeit auch der Wunder, der funkelnden Sterne,
Wünsche zu schicken in himmlische Ferne,
kindliches Hoffen von Ängsten befreit.

Schöne Momente, ich binde den Kranz
Weihnachtsgesänge, ein himmlischer Tanz.
Heimlich im Herzen, es wird mir recht Bange,
lass mich die Welt und mein Kind noch begleiten,
nimm mich, wenns Zeit wird, du sollst mich dann leiten.
Streichle zum Abschied mir zärtlich die Wange.